Was ist eigentlich eine Widerrufsbelehrung?

Unserer Erfahrung nach haben viele Kaufinteressenten nach wie vor einige Fragen bezüglich der Widerrufsbelehrung in der Immobilienbranche, welche als gesetzliche Regelung des Fernabsatzgesetzes seit dem 13. Juni 2014 in Kraft getreten ist. Selbstverständlich belehren wir unsere Klienten nach wie vor ordentlich. Doch in diesem Beitrag möchten wir der Allgemeinheit die Widerrufsbelehrung in einfacheren Worten erklären, da juristische Texte oftmals fehlinterpretiert werden können.

Sobald Kaufinteressenten ein Maklerunternehmen bezüglich einer angebotenen Immobilie kontaktierten und Objektunterlagen einfordern, gehen diese mit dem Maklerunternehmen einen Vertrag ein. Genauer gesagt bedeutet dies, dass der Vertrag zwar entstanden ist, jedoch ist dieser kostentechnisch vorerst unverbindlich (!). Denn einen Provisionsanspruch kann ein Maklerunternehmen in der Regel erst nach einer erfolgreichen Vermittlung einer Immobilie erheben.

Im Anschluss an eine Kontaktierung durch die Kaufinteressenten ist das Maklerunternehmen wiederum in der Pflicht, ab dem Zustandekommen des Vertrages 2 Wochen verstreichen zu lassen, ehe es mit der Maklertätigkeit beginnen darf, denn genau so lange besteht das Widerrufsrecht.

Da in der Regel jedoch kaum ein Kaufinteressent 2 Wochen auf Objektunterlagen oder gar einen Besichtigungstermin warten möchte, besteht seinerseits die Möglichkeit – nachdem er vom Maklerunternehmen per Schriftform, per E-Mail oder auch persönlich belehrt worden ist, auf sein Widerrufsrecht zu verzichten. Daher arbeiten viele Maklerunternehmen mit einer Maklersoftware, die es den Kaufinteressenten ermöglicht, per Mausklick auf das Widerrufsrecht zu verzichten. Hierfür öffnet sich nach einer Online-Kontaktierung automatisch eine Belehrung. Anschließend kann der zuständige Immobilienmakler mit der Maklertätigkeit beginnen. Einige Makler lassen sich auf Wunsch der Kaufinteressenten eine Verzichterklärung unterscheiben, damit diese innerhalb der Frist von 2 Wochen die Unterlagen erhalten und ggf. besichtigen können, dies ist keine Seltenheit.

Grundsätzlich gibt es für Interessenten somit keinen Grund zur Sorge, denn mit dem freiwilligen Verzicht auf das Widerrufsrecht nach einer ordentlichen Belehrung entstehen in der Regel weder Kosten, noch entsteht ein Kauf- oder Vorvertrag für die angefragte Immobilie!